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Den Überblick behalten: Steueränderungen in 2014

 

Zum Jahresbeginn 2014 treten in der Einkommensteuer und bei der Sozialversicherung zahlreiche Änderungen in Kraft. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) erläutert die wichtigsten Neuerungen für Arbeitnehmer.

Reisekosten leichter gemacht.
Wer beruflich außerhalb der regelmäßigen Tätigkeitsstätte mehr als acht Stunden unterwegs ist, kann eine Pauschale von 12 Euro für den erhöhten Verpflegungsmehraufwand geltend machen, bei ganztägiger Abwesenheit sind es weiterhin 24 Euro. Die bisherige „Zwischenstufe“ bei Abwesenheit von 14 bis 24 Stunden entfällt aus Vereinfachungsgründen.

Pendlerpauschale ausgeweitet.
Schlechtere Karten haben Arbeitnehmer, die langandauernd bei Kunden außerhalb ihres Betriebs eingesetzt werden. Bislang konnten sie die Fahrtkosten zur fremden Betriebsstätte als Reisekosten absetzen. Damit waren die Hin- und Rückfahrt und für drei Monate Verpflegungsmehraufwendungen steuerlich abzugsfähig. Ist der Arbeitnehmer ab 2014 dauerhaft einer Einrichtung des Kunden zugeordnet, gilt fortan nur die Pendlerpauschale. Allerdings muss der beabsichtigte Einsatz grundsätzlich mehr als 48 Monate betragen, anderenfalls sind weiterhin Reisekosten absetzbar.
Für Studenten wird der Studienort wie eine erste Tätigkeitsstätte behandelt. Damit kann nur eine Fahrt pro Tag mit der Entfernungspauschale zum Ansatz gebracht werden. Außerdem entfallen Verpflegungspauschalen und Übernachtungskosten, wenn kein doppelter Haushalt vorliegt.

Vereinfachungen bei doppelter Haushaltsführung.
Wer auswärts berufsbedingt einen doppelten Haushalt führt, kann ab 2014 für seine Unterkunftskosten monatlich bis zu 1.000 Euro steuermindernd absetzen. Bislang richtete sich die Obergrenze nach der ortsüblichen Miete für eine 65 Quadratmeter große Zweitwohnung.
Positiv für Pendler: Die Finanzämter sind angewiesen, geringere Aufwendungen mit höheren Kosten anderer Monate zu verrechnen. Beispiel: Im Januar 2014 werden 1.200 Euro aufgewendet, im Februar nur 800 Euro. Dennoch kann der Steuerpflichtige für beide Monate 1.000 Euro ansetzen. Hinzu kommen die Kosten für eine wöchentliche Heimfahrt und in den ersten drei Monaten Verpflegungsmehraufwendungen.

Altersvorsorge wird attraktiver.
Mit dem Jahr 2014 steigt auch die steuerliche Abzugsfähigkeit von Beiträgen zur Altersvorsorge, wie zum Beispiel zur Deutschen Rentenversicherung oder zu den berufsständischen Versorgungswerken, auf 78 Prozent der Einzahlungen. Auch Rürup-Sparer profitieren davon. Begünstigt werden bis zu 20.000 Euro Beiträge. Somit können alle ab 2014 bis zu 15.600 Euro (31.200 EUR bei Verheirateten bzw. eingetragenen Lebenspartnerschaften) als Sonderausgaben geltend machen.

Rentenfreibeträge sinken.
Rentner, die im Jahr 2014 in den Ruhestand gehen, müssen mit einer höheren Steuerbelastung rechnen. Für sie errechnet sich der lebenslange Rentenfreibetrag nur noch aus 32 Prozent der Jahresrente. Ob Betroffene tatsächlich Einkommensteuer zahlen müssen und damit erklärungspflichtig sind, muss individuell ermittelt werden. Faustformel: Wer seit Jahresbeginn 2014 Rente bezieht und darüber hinaus keine weiteren Einkünfte hat, muss sich ab einer Monatsrente von 1.230 Euro intensiver mit dem Thema „Steuern und Rente“ beschäftigen. Für Rentner früherer Jahrgänge bleibt eine höhere Rente steuerfrei.

Grundfreibetrag steigt – kalte Progression auch.
Für jeden Steuerpflichtigen bleibt zur Sicherung seines Lebensbedarfs vom Einkommen ein jährlicher Grundfreibetrag steuerfrei. Dieser steigt in 2014 von 8.130 auf 8.354 Euro. Daraus ergibt sich pro Person eine geringfügige Entlastung bis zu rund 45 Euro. Die kalte Progression wird damit allerdings nicht bekämpft. Im Gegenteil: Da der „Korridor“ zwischen dem Grundfreibetrag und der nächsten Tarifstufe schmaler wird, steigt die Steuerkurve in diesem Bereich abermals steiler an. Einkommenssteigerungen werden damit noch schneller aufgezehrt. „Die Große Koalition darf daher das Problem der kalten Progression auf keinen Fall länger ignorieren“, fordert Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des NVL in Berlin.

Bemessungsgrenzen:
Teurer wird es für gut verdienende Arbeitnehmer. Ab 2014 steigt die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung von 5.800 Euro auf 5.950 Euro im Monat, in den neuen Bundesländern von 4.900 auf 5.000 Euro. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung gilt eine Beitragsbemessungsgrenze von 4.050 Euro, 2013 waren es noch 3.937 Euro.
Wer als Angestellter in die private Krankenversicherung wechseln möchte, muss ab 2014 mindestens 53.550 Euro jährlich verdienen.

Keine Erleichterung bei Rentenbeiträgen.
Der Rentenbeitragssatz von 18,9% soll über den 31.12.2013 hinaus unverändert bleiben. „Die bereits in Aussicht gestellte Beitragssenkung für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bleibt damit aus“, bedauert Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des NVL. Grund sind geplante Ausgabensteigerungen, beispielsweise für die sogenannte Mütterrente und Rente ab 63.

Mehr Steuern für Wehrdienst und Bufdis.
Für freiwillig Dienstleistende endet mit Ablauf des Jahres 2013 eine Übergangsregelung. Bis dahin konnten die jungen Männer und Frauen ihre Geld- und Sachbezüge sowie die truppenärztliche Heilfürsorge steuerfrei vereinnahmen. Für alle ab 2014 beginnende Dienstverhältnisse ist damit Schluss. Steuerfrei bleiben nur noch der Wehrsold und das an Bundesfreiwilligendienstleistende gezahlte Taschengeld. Viele Wehrdienstleistende und Angehörige des Bundesfreiwilligendienstes dürften aber im Endeffekt dennoch keine oder nur sehr wenig Steuern zu zahlen haben, sofern nicht weitere steuerpflichtige Einkünfte im Jahr, beispielsweise aus Monaten vor Dienstbeginn oder beim Ehegatten, vorliegen.

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Steuervorteil auch ohne Aufwand - Heimfahrten zum Wohnort
Info vom 05.07.2013

 

Wer berufsbedingt auswärts wohnt, kann für die Heimfahrten 30 Cent pro Entfernungskilometer steuerlich absetzen. Begünstigt ist eine Fahrt pro Woche. In einem aktuellen Urteil hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass der Abzug auch ohne Nachweis konkreter Aufwendungen gilt.

Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können Pendler die Kosten für die auswärtige Wohnung, Verpflegungsmehraufwendungen für die ersten drei Monate und eine wöchentliche Heimfahrt steuerlich geltend machen.

Für die Fahrten besteht ein einheitlicher Satz von 30 Cent pro Entfernungskilometer. „Steuerpflichtige können den Betrag sogar unabhängig davon geltend machen, ob tatsächlich Aufwendungen angefallen sind“, betont Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine. Damit profitieren beispielsweise auch Mitfahrer, denen keine oder nur anteilige Kosten entstehen. Diese positive Sichtweise hat der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 18. April 2013 (Az. VI R 29/12) bestätigt. Hintergrund ist die Entscheidung des Gesetzgebers, die Wegstrecken von der Zweitwohnung zur Familie unbürokratisch abrechnen zu können und Fahrgemeinschaften zu fördern.

Die Aufwendungen können sogar unabhängig von der sonst für die Entfernungspauschale geltenden Grenze von 4.500 Euro im Jahr angesetzt werden. Dieser Grenzbetrag gilt nur für tägliche Fahrten zum Arbeitsort. Ein Nachsehen haben Arbeitnehmer, denen der Arbeitgeber die Fahrtkosten erstattet. Der Erstattungsbetrag ist von der Entfernungspauschale abzuziehen. Gänzlich unberücksichtigt bleiben Heimfahrten mit einem Dienstwagen.

Aufgrund häufiger Streitfälle weist der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine darauf hin, dass die Pendler aber unverändert die tatsächliche Anzahl der Fahrten glaubhaft machen müssen. Nur dann kann die Entfernungspauschale gelten. Wer nur wenige Fahrten zum Wohnort ansetzt, kann sogar den Anschein erwecken, dass zwischenzeitlich die Zweitwohnung am Beschäftigungsort zum Lebensmittelpunkt geworden ist. Damit würden die gesamten steuerlichen Abzüge der doppelten Haushaltsführung entfallen. Deshalb sollten Steuerpflichtige bei einer doppelten Haushaltsführung besonders sorgfältig die gesetzlichen Voraussetzungen beachten und Vorsorge zum Nachweis der Aufwendungen treffen. Dann kann sich ihre Steuerlast erheblich mindern.

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Fiskus unterstützt großzügig Wiederaufbau
Info vom 24.06.2013

 

Das Hochwasser geht, aber die Schäden bleiben: Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) rät Geschädigten der Flutkatastrophe, sich nun mit ihrem Finanzamt oder steuerlichen Berater in Verbindung zu setzen. Denn der Fiskus in den betroffenen Bundesländern sieht eine lange Liste steuerlicher Hilfen vor. Auch wer mit  einer Spende den Betroffenen helfen will, erhält Erleichterungen.

Die staatlichen Maßnahmen sind vielfältig und umfassen sowohl Soforthilfen als auch Erleichterungen in den kommenden Jahren. So können betroffene Steuerpflichtige bis zum 30. September 2013 einen Antrag auf Stundung für bis dahin fällige oder fällig werdende Steuern stellen. Ebenso haben Anträge auf geringere Vorauszahlungen zur Einkommensteuer Aussicht auf Erfolg. „Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden, heißt es zudem in den Verwaltungsanweisungen“, unterstreicht Markus Deutsch, Leiter Steuern und Medien beim NVL. Durchatmen können auch bereits säumige Steuerzahler. Sind diese durch die Fluten geschädigt, sollen Vollstreckungsmaßnahmen bis zum 30. September gegen sie ausgesetzt werden.

Die Finanzämter sind angehalten, die Hilfen unbürokratisch zu prüfen. Werden die Steuern nach dem 30. September diesen Jahres fällig, sind Stundungsanträge allerdings besonders zu begründen. Aufwendungen für die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung werden im Übrigen ohne weiteres als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung anerkannt.

Auch Vermieter haben etwas „Glück im Unglück“: Sie können beispielsweise beim Wiederaufbau von Gebäuden Sonderabschreibungen vornehmen oder bei Beseitigung von Schäden problemlos Beträge bis zu 45.000 Euro als Erhaltungsaufwand steuermindernd geltend machen. Größere Aufwendungen dürfen Betroffene zudem gleichmäßig auf 2 bis 5 Veranlagungszeiträume verteilen. Allerdings muss mit den Reparaturen spätestens bis zum 1. Januar 2017 begonnen werden.

Wer mit Geldspenden den Betroffenen helfen möchte, zahlt den Betrag am besten auf eine der zahlreich eingerichteten Sonderkonten ein. Dann genügt zum steuerlichen Abzug der Bareinzahlungsbeleg bzw. der Kontoauszug oder Lastschriftbeleg der Bank.

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Nachteile bei Unterstützung Hilfsbedürftiger drohen 
Info vom 28.03.2013

 

Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfe e.V. (NVL) warnt davor, dass helfende Personen, die Unterhalt zahlen oder für die Bildung von Unterhaltsberechtigten aufkommen, zunehmend steuerlich benachteiligt werden.

Mit der in diesem Jahr erfolgten Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags von 8.004 auf 8.130 Euro entstehen Ungerechtigkeiten an anderer Stelle. Die Aufstockung ist zwar eine Erleichterung für alle Steuerpflichtigen. Es wurde jedoch versäumt, gleichzeitig die Höchstgrenze für den Unterhaltsabzug anzupassen.

Hintergrund: Leistet jemand für eine unterhaltsberechtigte Person Zahlungen für den Lebensunterhalt oder die Berufsausbildung, sind diese Aufwendungen steuerlich als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Die Regelung gilt beispielsweise für die Unterstützung von Kindern, für die es kein Kindergeld mehr gibt, für Zahlungen an hilfsbedürftige Eltern oder an den Lebenspartner bei unverheirateten Paaren. Für diese Unterhaltsleistungen galt bis 2012 konsequenterweise derselbe Höchstbetrag wie beim Grundfreibetrag. Beide Beträge sollen gleichermaßen das Existenzminimum steuerfrei stellen.

Seit diesem Jahr ist der Unterhaltshöchstbetrag jedoch geringer als der steuerfreie Grundfreibetrag. Die Diskrepanz wird sich im Jahr 2014 noch verschärfen: Dann erhöht sich der Grundfreibetrag auf 8.354 Euro. Der Unterschied beider Beträge wird also ungerechtfertigt immer größer. Liegt der Unterhaltsfreibetrag unter dem sozialhilferechtlichen Minimum, droht sogar Verfassungswidrigkeit der Vorschrift. Der NVL tritt daher für eine Anpassung des Unterhaltsfreibetrags auf die jeweilige Höhe des Grundfreibetrags ein.

Für die Praxis empfiehlt der NVL, die Unterstützung an die bedürftige Person per Überweisung zu tätigen. Damit werden Schwierigkeiten beim Nachweis gegenüber dem Finanzamt vermieden. „Dies gilt erst recht, wenn die Leistungen ins Ausland gehen“, betont Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des NVL. Wer Personen unterstützt, mit denen er im Haushalt zusammenlebt, kann jedoch stets den Höchstbetrag geltend machen. In diesen Fällen werden ohne Zahlungsnachweise Sachleistungen für Wohnung und Verpflegung anerkannt.

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Was ändert sich im Steuerrecht zum 01. Januar 2013?

 

Wie nicht anders zu erwarten, beschert der Gesetzgeber auch für das neue Jahr eine Reihe von Steueränderungen. Um den Überblick über wichtige Neuerungen zu behalten, erläutert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V., was sich beispielsweise für Arbeitnehmer, Rentner und Wehrdienstleistende ändert. Einige Änderungen haben jedoch noch nicht alle parlamentarischen Hürden genommen.

Die elektronische Lohnsteuerkarte
Das neue elektronische Verfahren geht zum 1. Januar an den Start. Da die Einführung schrittweise erfolgt und die Arbeitgeber dafür das ganze Jahr Zeit haben, müssen Arbeitnehmer jetzt besonders aufpassen. Anders als in den Vorjahren sind Freibeträge und die Steuerklassenkombination IV mit Faktor neu zu beantragen.

Abzug von Rentenversicherungsbeiträgen
Wie im Alterseinkünftegesetz festgeschrieben erhöht sich auch 2013 der Steuervorteil für die Altersvorsorge. Von dem Arbeitnehmeranteil können dann 52 Prozent steuerlich geltend gemacht werden. Das bedeutet eine Entlastung von 22 Euro bei einem Jahresbruttolohn von 30.000 Euro. Ebenfalls angehoben wird der Abzugsbetrag für Beiträge in eine private Altersvorsorge in Form sogenannter Rürup-Verträge. Der abziehbare Anteil steigt auf 76 Prozent.

Sozialversicherungsbeiträge
Die Rentenversicherung senkt die Beitragssätze in diesem Jahr auf 18,9 Prozent. Der Beitragsanteil für die Krankenkasse bleibt für den Arbeitnehmer bei 8,2 Prozent bestehen. Auch der Beitragssatz der Arbeitslosenversicherung bleibt mit je 1,5 Prozent für Arbeitnehmer und Arbeitgeber unverändert. Leicht angehoben werden die Pflegeversicherungsbeiträge um 0,05 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich bleibt aber immer noch mehr in der Lohntüte als bisher. Bei einem Bruttolohn von 3.000 Euro sinkt die monatliche Beitragslast um 9 Euro.

Steuerpflichtiger Teil bei Renten und Pensionen steigt
Der steuerfreie Anteil verringert sich auf 34 Prozent für alle, die in diesem Jahr in Rente gehen. Wer bereits im Jahr 2005 Rentner war, erhielt noch 50 Prozent steuerfrei. Der aus der Jahresrente 2005 errechnete Freibetrag ist festgeschrieben und wird lebenslang berücksichtigt. Alle, die 2013 erstmals eine Pension beziehen, erhalten 12,8 Prozent ihrer Pension und bis zu 1.248 Euro weniger Versorgungsfreibetrag als der Einstiegs-Jahrgang 2005. Für diesen bleibt noch 40 Prozent der Bezüge und bis zu 3.900 Euro steuerfrei.

Altersentlastungsbetrag sinkt
Für alle Einkünfte, außer Renten und Pensionen, erhalten Steuerpflichtige, die im Steuerjahr 65 Jahre oder älter sind, einen Altersentlastungsbetrag. Für den Jahrgang, der den Freibetrag 2013 erstmals erhält, bleiben nur noch 28,8 Prozent der Einkünfte, höchstens 1.292 Euro steuerfrei. Wer bereits 2005 65 Jahre oder älter war, erhält noch bis zu 1.900 Euro Altersentlastungsbetrag.

Berechnung des Elterngeldes ändert sich
Für Kinder, die ab diesem Jahr geboren werden, ändert sich die Berechnung des Elterngeldes. Anders als bisher werden nicht die tatsächlichen Abzüge aus den Gehaltsabrechnungen zugrunde gelegt. Für den Lohnsteuerabzug wird die Steuerklasse herangezogen, die im zwölfmonatigen Berechnungszeitraum überwiegend vorlag.

Anhebung der Verdienstgrenze bei Minijobs
Für Minijobs steigt die Verdienstgrenze ab diesem neuen Jahr auf 450 Euro. Die Arbeitgeberpauschalen bleiben unverändert bei 13 Prozent Krankenversicherung, 15 Prozent Rentenversicherung und 2 Prozent pauschale Lohnsteuer bestehen.

Übergangszeit zwischen Ausbildung und Bundesfreiwilligendienst
Wer Bundesfreiwilligendienst leistet, hat Anspruch auf Kindergeld. Nicht selten entsteht nach Beendigung des Abiturs, der Schule oder dem Studium eine zeitliche Lücke, bis der Dienst beginnt. Für diese Fälle soll während einer viermonatigen Übergangszeit das Kindergeld weiter gezahlt werden, sofern die Altergrenze nicht überschritten ist.

Sachbezug für Firmenwagen
Arbeitnehmer, die den Dienstwagen privat mitbenutzen dürfen, müssen dafür 1 Prozent vom Bruttolistenpreis für das Fahrzeug der Lohnsteuer unterwerfen. Für Hybrid- und Elektrofahrzeuge soll ab 2013 die Besteuerung begünstigt werden. Aus dem Bruttolistenpreis werden die Kosten für die Batterie herausgerechnet und so die Berechnungsgrundlage für den steuerpflichtigen Sachbezug verringert.

Versicherungsbeiträge für Erwerbsunfähigkeit- und Risikolebensversicherungen
Der Höchstbetrag für Versicherungsbeiträge, die der Altersvorsorge dienen, soll ab diesem Jahr von 20.000 Euro auf 24.000 Euro angehoben werden. Außerdem plant der Gesetzgeber, die Beiträge für Erwerbsunfähigkeits- und Risikolebensversicherungen ebenfalls in den Katalog der Altersvorsorgeaufwendungen aufzunehmen. Bisher waren nur die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und für Basis-Rentenverträge der privaten Altersvorsorge begünstigt und bis zu dem Höchstbetrag abzugsfähig. Der Gesetzentwurf ist jedoch noch nicht verabschiedet.

Pauschalen für ehrenamtliche Mitarbeiter
Ebenfalls noch nicht vom Gesetzgeber verabschiedet ist die Anhebung der steuerfreien Übungsleiterpauschale. Der Betrag soll sich ab 2013 auf 2.400 Euro erhöhen. Bisher können nebenberufliche Trainer, Ausbilder oder Betreuer 2.100 Euro als steuerfreie Aufwandsentschädigung erhalten.

Erhöhter Grundfreibetrag
Geplant ist auch, für alle Steuerpflichtigen den steuerfreien Grundfreibetrag um 126 Euro auf 8.130 Euro anzuheben. Für Verheiratete gilt der doppelte Betrag. Außerdem soll für Einkommen über dem Grundfreibetrag der Tarifverlauf abgesenkt werden, sodass bei gleichem Einkommen weniger Steuern fällig werden.

Bundesfreiwilligendienst, freiwilliger Wehrdienst und Reservistenausbildung
Steuerliche Entlastungen sollen für Bundesfreiwilligendienst-, Wehrdienstleistende und Reservisten gesetzlich festgelegt werden. Ein Bundesfreiwilligendienstleistender erhält neben dem Taschengeld häufig auch freie Unterkunft und Verpflegung. Diese geldwerten Sachleistungen sind steuerpflichtig. Nur das Taschengeld soll ab 2013 steuerfrei gestellt werden. Das soll auch für Geldbezüge bei anderen Diensten gelten, für die auch Kindergeld gewährt werden kann, beispielsweise beim freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr. Für freiwillig Wehrdienstleistende sind nur bestimmte Teile der Bezüge steuerpflichtig. Der Wehrsold soll steuerfrei gestellt werden. Bezüge für Reservisten sollen vollständig steuerfrei bleiben.

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Arbeitnehmer werden für die private Nutzung des Dienstfahrrades vom Fiskus zur Kasse gebeten

 

Nutzen Arbeitnehmer ein Dienstfahrrad auch für private Zwecke oder für Fahrten zur Arbeitsstätte, wird der Bruttolohn monatlich um einen sogenannten geldwerten Vorteil erhöht. Dadurch fallen mehr Steuern und Sozialabgaben an und letztlich sinkt der Nettolohn.

Die obersten Finanzbehörden der Länder haben in einem Erlass vom 23. November 2012 festgelegt, dass die Nutzung eines vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Fahrrades ähnlich wie bei einem Firmen-PKW zu versteuern ist. Bisher wurden solche Fälle steuerlich nicht berücksichtigt, der zu erfassende Wert lag ohnehin nicht über der Bagatellgrenze für Sachbezüge von 44 Euro pro Monat.

Nach dem neuen Ländererlass soll sich das ändern. Rückwirkend ab 2012 ist für die Privatnutzung von Fahrrädern des Arbeitgebers die Freigrenze für Sachbezüge nicht mehr anzuwenden. Ein Prozent des abgerundeten Listenpreises des Fahrrads ist monatlich als Sachbezug zu versteuern. Der Sachbezug ist auch zu erfassen, wenn das Fahrrad für die Fahrt zur regelmäßigen Arbeitsstätte genutzt wird.

Diese neue Einnahmequelle des Fiskus steht in keinem Verhältnis zum Aufwand für Arbeitgeber und Beschäftigte, kritisiert Uwe Rauhöft, Geschäftsführer des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (NVL). Dass die Regelung sogar für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung gilt, verdeutlicht die Absurdität.

Der NVL rechnet vor, was die Regel tatsächlich für die Steuerpflichtigen bedeutet: Wenn der Arbeitgeber beispielsweise ein Fahrrad für 1.800 Euro gekauft hat, die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers jedoch bei 2.099 Euro liegt, ist von diesem Betrag auszugehen. Abgerundet auf ganze 100 Euro muss der Arbeitgeber seinem Beschäftigten jeden Monat auf 1 Prozent dieses Wertes, also auf 20 Euro Lohnsteuern und Sozialabgaben erheben. Bei einem Monatslohn von 1.500 Euro wären das in Steuerklasse I zusätzliche Abgaben in Höhe von rund 10 Euro.

Diese Regelung gilt auch für Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Fahrrad einzuordnen sind. Damit widersetzt sich die Finanzverwaltung der vom Gesetzgeber gewollten Förderung von Elektromobilität. Während mit dem aktuellen Jahressteuergesetz 2013 für Kraftfahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb ein niedrigerer Sachbezugs festgelegt werden soll, sieht die Finanzverwaltung für Elektrofahrräder keine entsprechende Regelung vor.

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Wann das Finanzamt längere Fahrstrecken zur Arbeit anerkennen muss

 

Viele Arbeitnehmer fahren täglich mit dem Auto zu ihrer Arbeitsstätte, die nicht selten 20 und mehr Kilometer entfernt liegt. Oft wird eine längere Strecke in Kauf genommen, um pünktlich und sicher am Arbeitsort zu sein. Der Bundesfinanzhof hat mit zwei aktuellen Urteilen entschieden, unter welchen Voraussetzungen das Finanzamt einen solchen „Umweg“ im Rahmen der Entfernungspauschale anerkennen muss (Az. VI R 19/11 und VI R 46/10).

Staus, Ampeln und schlecht geräumte Straßen im Winter lassen den Autofahrer darüber nachdenken, welche Strecke er wählt. Für die Entfernungspauschale in der Steuererklärung gilt grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung. Eine längere Strecke kann jedoch berücksichtigt werden, wenn diese „offensichtlich verkehrsgünstiger“ ist und vom Arbeitnehmer auch regelmäßig benutzt wird.

Die Zeitersparnis spielt dabei eine große Rolle. Allerdings muss nach den Ausführungen des Bundesfinanzhofs keine Mindestzeitersparnis von beispielsweise 20 Minuten vorliegen, um die Strecke als „offensichtlich verkehrsgünstiger“ einzuordnen. Vielmehr sind der gesamte Streckenverlauf, zum Beispiel auch Baustellen und Ampelschaltungen zu betrachten.  Eine Straßenverbindung kann demnach auch dann verkehrsgünstiger sein, wenn nur eine relativ geringe oder gar keine Zeitersparnis vorliegt, aber der Arbeitsplatz sicher und ohne Stau erreicht wird. Die Gründe für die Wahl der längeren Strecke müssen so offensichtlich sein, dass auch andere Verkehrsteilnehmer sich dafür entscheiden würden.

Für die Arbeitnehmer, die aufgrund der Verkehrslage eine längere Strecke fahren, bedeuten diese Urteile eine höhere Steuererstattung. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine empfiehlt, die Gründe für die längere Strecke sorgfältig zu notieren. Der Verband weist außerdem darauf hin, dass bei Arbeitnehmern, die mehrere Arbeitsorte anfahren, die Entfernungspauschale ohnehin nur für höchstens einen Arbeitsort gilt. Für alle übrigen werden bei PKW-Nutzung die gesamten Fahrkilometer, das heißt Hin- und Rückweg mit 30 Cent pro Kilometer berücksichtigt.


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Wann sollten Rentner eine Steuererklärung abgeben?

 

Die Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen hat bereits begonnen, Rentenbezugsmitteilungen auszuwerten. Rentner werden rückwirkend zur Abgabe von Steuererklärungen aufgefordert, wenn das Finanzamt mit einer Steuernachzahlung rechnet. Die Finanzverwaltung in anderen Bundesländern wird peu a´ peu nachziehen. Für viele Rentner stellt sich deshalb die Frage, ob sie eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben müssen.  

Seit 2005 ist die Besteuerung der Renten aus gesetzlichen Versicherungen wie Alters-, Erwerbs-unfähigkeits- oder Hinterbliebenenrente neu geregelt. Der steuerpflichtige Rentenanteil mit Rentenbeginn bis 2005 beträgt 50 Prozent der Bruttorente. Für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang steigt dieser Prozentsatz bis 2020 jährlich um zwei Prozent, danach um ein Prozent. Folglich muss beispielsweise ein Rentner, der ab Januar 2012 eine Altersrente bezieht, 64 Prozent seiner Bruttorente versteuern. Ab dem Jahr 2040 sind die Neurenten dann zu 100 Prozent steuerpflichtig.

Der einmal festgelegte Besteuerungsanteil gilt für die gesamte Laufzeit der Rente. Nach aktueller Gesetzeslage bedeutet dies für einen Rentner, der ab Januar 2012 eine gesetzliche Rente bezieht, dass er oder sie auch in zehn Jahren 64 Prozent der Bruttorente versteuern muss. Zu beachten ist jedoch, dass eine Rentenerhöhung immer zu 100 Prozent steuerpflichtig ist. Durch die jährliche Erhöhung des steuerpflichtigen Rentenanteils und durch Rentenerhöhungen sind immer mehr Rentner zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

Wer neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einnahmen erzielt, kann sich an nachfolgender Tabelle vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (NVL) orientieren. Liegt die Jahresbruttorente 2011 unter dem angegebenen Wert, bleibt die Rente steuerfrei und es muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Hat ein Rentner beispielsweise 2007 das erste Mal eine gesetzliche Rente bezogen und im Jahr 2011 eine Bruttorente von 18.000 Euro erhalten, besteht eine Abgabepflicht.

Renter Steuererklärung

Doch auch für Rentner, die unter den angegebenen Werten bleiben, kann sich die Abgabe einer Einkommensteuererklärung lohnen. Hierzu sollte geprüft werden, ob auf  Spareinlagen Abgeltungsteuer von der Bank abgeführt wurde. Auf der von der Bank ausgestellten „Steuerbescheinigung“ ist die Höhe der einbehaltenen Steuer ersichtlich. Durch die Abgabe einer Einkommensteuererklärung kann diese Steuer teilweise oder in voller Höhe vom Finanzamt zurückerstattet werden.

Ist die Jahresbruttorente höher, der Ehepartner noch berufstätig oder liegen andere Einkünfte, zum Beispiel aus Vermietung oder Verpachtung vor, muss eine Steuererklärung eingereicht werden. Der NVL empfiehlt daher diesen Rentnern, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Bei Nichtabgabe kann das Finanzamt auch die Besteuerungsgrundlage schätzen und auf die festgesetzte Steuer einen Verspätungszuschlag fordern.


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Höherer Fahrtkostenabzug für Arbeitnehmer mit mehreren Arbeitsorten

 

Der Bundesfinanzhof hat mit Urteilen vom 9. Juni 2011 seine langjährige Rechtsprechung zur sogenannten regelmäßigen Arbeitsstätte geändert. Mit Schreiben vom 15. Dezember 2011 erkennt die Finanzverwaltung diese Rechtsprechung an. Viele Arbeitnehmer können danach höhere Werbungskosten absetzen, für einige hat die Rechtsänderung aber auch Nachteile, wie der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) erläutert.

Für die Fahrt zur regelmäßigen Arbeitsstätte können Steuerpflichtige nur die Entfernungspauschale geltend machen. Das galt bisher auch, wenn Arbeitnehmer an dauerhaft an verschiedenen Arbeitsstellen eingesetzt waren. Mit mehreren, im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichten Urteilen, hat der Bundesfinanzhof jedoch entschieden, dass höchstens ein Arbeitsort regelmäßige Arbeitsstelle sein kann. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer für alle anderen Arbeitsstellen Reisekosten geltend machen können. Für die Fahrten mit dem PKW sind dann statt 30 Cent für Hin- und Rückfahrt der doppelte Betrag von 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer absetzbar. Hinzu kommen pauschale Verpflegungsmehraufwendungen bei mindestens 8 Stunden Abwesenheit von der Wohnung und regelmäßigen Arbeitsstätte.

Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Dezember 2011 müssen die Finanzämter die Urteile nunmehr anwenden. Davon profitieren beispielsweise Verkäuferinnen und Verkäufer, die in zwei oder mehr Verkaufsfilialen arbeiten, Lehrer, die an mehreren Schulen eingesetzt sind oder Reinigungskräfte mit verschiedenen Einsatzstellen. Viele können sogar rückwirkend höhere Werbungskosten absetzen, wenn für frühere Jahre noch kein bestandskräftiger Steuerbescheid vorliegt.

Der Abzug der höheren Kilometerpauschale gilt jedoch nur bei Fahrten mit dem eigenen PKW. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzt, kann nur die tatsächlichen Ticketkosten geltend machen. Mitfahrer, die gar keine eigenen Aufwendungen haben, gehen für diese Fahrten sogar leer aus. Die aufwandsunabhängige Entfernungspauschale gilt nur für Fahrten zur regelmäßigen Arbeitsstelle.

Auch Bauarbeiter und andere Berufsgruppen, die bereits wechselnde Arbeitsstellen mit Reiskosten hatten, profitieren von der neuen Rechtsprechung. Für sie galt bisher der Betriebssitz als regelmäßige Arbeitsstelle, wenn sie diesen regelmäßig kurz aufsucht, um beispielsweise von dort mit dem Firmenbus zur Baustelle weiter zu fahren. Nunmehr zählen auch die Fahrten zum Betriebssitz mit der höheren Kilometerpauschale. Außerdem beginnt die Abwesenheitszeit für den Verpflegungsmehraufwand ab dem Verlassen ihrer Wohnung und nicht mehr ab Betriebssitz.


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Was ändert sich zum 1. Januar 2011?

 

Alle Jahre wieder beschert der Gesetzgeber zum Jahresanfang eine Reihe von Steueränderungen. Die größte Steuervereinfachung wäre vermutlich, wenn alles einmal so bliebe. Da dies zumindest 2011 nicht eintritt, gibt der NVL Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine nachfolgend einen Überblick über wichtige Änderungen für Arbeitnehmer.  

Lohnsteuerkarte und Lohnsteuerklasse
Weil das neue elektronische Verfahren ELStAM (elektronische Lohnsteuer-Abzugsmerkmale) nicht rechtzeitig einsatzbereit ist, gilt für 2011 die alte Steuerkarte 2010 unverändert weiter. Bisher eingetragene Freibeträge gelten ebenfalls weiter.
Neu ist, dass bereits ab 2011 für Änderungen bei der Steuerklasse nur noch das Finanzamt zuständig ist, nicht mehr das Einwohnermeldeamt. Wenn sich Änderungen für die Steuerklasse ergeben, beispielsweise bei einer Ehetrennung oder bei Alleinerziehenden nach Auszug des Kindes, muss die Steuerklasse beim Finanzamt korrigiert werden.

Abzug von Rentenversicherungsbeiträgen
Wie jedes Jahr erhöht sich auch 2011 der Steuervorteil für die Altersvorsorge in die gesetzliche Rentenversicherung. Abziehbar sind dann 44 Prozent des Arbeitnehmeranteils. Bei einem Jahresbruttolohn von 30.000 Euro im Monat bringt das 36 Euro Entlastung. Turnusmäßig ebenfalls angehoben wird der Abzugsbetrag für Beiträge in eine private Altersvorsorge in Form sogenannter Rürup-Verträge. Der abziehbare Anteil steigt auf 72 Prozent. 

Sozialversicherungsbeiträge
Der Beitragsanteil für die gesetzliche Krankenversicherung steigt beim Arbeitnehmer ab Januar 2011 von 7,9 auf 8,2 Prozent. Bei der Arbeitslosenversicherung steigt der Beitragssatz um 0,1 Prozent auf 1,5 Prozent. Die Arbeitgeberbeiträge werden ebenfalls angehoben, bei der Krankenversicherung jedoch auf 7,3 Prozent eingefroren.
Bei einem Monatsbruttolohn von 3.000 Euro steigt die Beitragslast um 12 Euro. Ein wenig verringert sich die Mehrbelastung, weil die Krankenversicherungsbeiträge wiederum steuermindernd abziehbar sind. Letztlich bleibt beim Nettolohn immer noch ein Minus von 9 Euro.

Bemessungsgrenzen der Sozialversicherungsbeiträge
Die Sozialversicherungsbeiträge steigen bei zunehmendem Bruttolohn bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Grenzwert bleibt für die Renten- und Arbeitslosenversicherung 2011 in den alten Bundesländern unverändert bei 66.000 Euro, in den neuen Ländern steigt er auf 57.600 Euro. Die Bemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird sogar geringfügig um 450 Euro auf 44.550 Euro abgesenkt.

Steuerpflichtiger Teil der Renten steigt
Für alle Neurentner im Jahr 2011 verringert sich der steuerfreie Rentenanteil auf 38 Prozent. Wer 2005 oder früher in Rente ging, erhielt noch 50 Prozent des Rentenbetrags 2005 als lebenslangen Freibetrag. Auch wer 2011 erstmals eine Pension bezieht, erhält einen um 1,6 Prozent oder 156 Euro geringeren Versorgungsfreibetrag als der Jahrgang 2010.

Riesterförderung
Bezieher von Arbeitslosengeld II können weiter Riesterzulagen erhalten. Normalerweis wäre die unmittelbare Förderberechtigung entfallen, weil für sie keine Rentenbeiträge mehr eingezahlt werden. Die Rentenversicherungspflicht ist jedoch eine Voraussetzung der Riesterförderung. Mit dem Jahressteuergesetz 2011 wurde nunmehr für ALG II-Bezieher eine Ausnahmeregelung geschaffen. 

Steuerfreiheit für Aufwandsentschädigungen ehrenamtlicher Betreuer
Ab 2011 sind Aufwandsentschädigungen, die ehrenamtliche Betreuer erhalten, bis zu 2.100 Euro im Jahr steuerfrei. Bisher waren diese nach Abzug der Ausgaben steuerpflichtig, wenn sie mehr als 256 Euro betrugen. Wer weitere Aufwandsentschädigungen beispielsweise als Übungsleiter bezieht, erhält den Freibetrag von 2.100 Euro jedoch nur einmal.

Freistellungsauftrag ab 1.1.2011 nur noch mit Steuer-Identifikationsnummer
Wer ab 2011 einen neuen oder geänderten Freistellungsauftrag bei der Bank für seine Kapitalerträge stellt, muss zwingend seine Steuer-Identifikationsnummer angeben. Bei gemeinsamen Freistellungsaufträgen von Ehepaaren ist auch die Identifikationsnummer des Partners mitzuteilen. Alte Freistellungsaufträge bleiben bis Ende 2015 weiter gültig. Ab dem 1.1.2016 muss auch für diese eine Identifikationsnummer vorliegen. Damit kann die Finanzbehörde die Freistellungsaufträge überprüfen.

Steuerfreie Kindergartenzuschüsse
Arbeitgeber können Zuschüsse zur Betreuung noch nicht schulpflichtiger Kinder, wie beispielsweise Kita-Beiträge steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen. Voraussetzung ist, dass die Zuschüsse zusätzlich zum Lohn gezahlt werden. Ab 2011 können Arbeitnehmer auch vereinbaren, dass andere freiwillige Zahlungen wie freiwilliges Urlaubsgeld oder eine Leistungsprämie in Kindergartenzuschüsse umgewandelt werden. Damit sparen sie Lohnsteuern, und Arbeitnehmer und Arbeitgeber gemeinsam Sozialversicherungsbeiträge.

Steuervereinfachungen
Mit einem 41-Punkte-Plan hat die Bundesregierung im Dezember 2010 verschiedene Steuervereinfachungen beschlossen. Hiervon profitieren auch Eltern mit Kindern. Sie brauchen hiernach für den Abzug von Kinderbetreuungskosten nicht mehr nachweisen, dass  sie erwerbstätig, selbst in der Ausbildung, behindert oder krank sind. Damit erhalten mehr Eltern den Abzug. Außerdem wird die Beantragung in der Steuererklärung wesentlich einfacher. Für ältere, volljährige Kinder soll der Nachweis der Einkünfte und Bezüge entfallen.
Arbeitnehmer sollen außerdem wahlweise ihre Steuererklärung nur alle zwei Jahre abgeben müssen. Wer davon Gebrauch macht, erhält zuviel gezahlte Lohnsteuern später zurück. Die Wahlmöglichkeit dürfte deshalb eher bei Steuernachzahlungen genutzt werden. Hier drohen jedoch Nachzahlungszinsen nach einem Zeitablauf von 15 Monaten. Der Vereinfachungseffekt könnte so auf der Strecke bleiben.
Die Vorhaben müssen erst noch ein Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. In welcher Form und ab wann sie in Kraft treten, kann gegenwärtig noch nicht eingeschätzt werden.


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Einkommensteuererklärung 2010
Höhere Nachzahlungen bei Steuerklassenkombination III und V

 

Ehepaare, die sich für die Steuerklassenkombination III und V entschieden haben, müssen sich auf höhere Steuernachzahlungen ab Veranlagungsjahr 2010 einstellen. Darauf weist der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) hin. Grund dafür ist, dass bei der Steuerklasse V ab 2010 erstmals beim monatlichen Lohnsteuerabzug eine Vorsorgepauschale berücksichtigt wurde.

Die Steuerklassen III und V sind bei Ehepaaren zweckmäßig, wenn der eine Partner mehr als 60 Prozent des gemeinsamen Bruttoverdienstes bezieht. Mit der Steuerklasse III werden monatlich weniger Lohnsteuern einbehalten als bei der alternativen Steuerklasse IV. Richtig sparen lässt sich durch die Wahl der Steuerklasse jedoch nicht, denn bei dieser Konstellation ist oft mit Steuernachzahlungen zu rechnen. Es steht nur vorab mehr Geld zur Verfügung. Der Zahlungszeitpunkt verschiebt sich.

Ab dem Veranlagungsjahr 2010 verstärkt sich dieses Problem für diese Steuerpflichtigen. Denn erstmals wurde bei der Steuerklasse V auch eine sogenannte Vorsorgepauschale berücksichtigt. Die monatliche Lohnsteuer fällt dadurch geringer aus. Das führt zu höheren Steuernachzahlungen als in den Vorjahren bei gleichen Verdiensten. Wer das nicht mit hohen Aufwendungen steuerlich kompensieren kann, zahlt bei der Einkommensteuererklärung drauf. Besonders hart trifft es Ehepaare mit großen Lohnunterschieden. Bei einem Ehepaar mit 15.000 und 35.000 Euro Bruttojahresgehalt und Steuerklasse V und III kann die Nachzahlung rund 900 Euro betragen. Vergleichsweise musste dieses Paar im Vorjahr nur rund 300 Euro an den Fiskus zahlen.

Wer dies vermeiden möchte, kann sich alternativ für die Steuerklassenkombination IV plus Faktor entscheiden. Bei dieser Steuerklasse berechnet das Finanzamt bereits im Vorfeld die voraussichtlich zu zahlende Steuer. Der Arbeitgeber berücksichtigt diesen Betrag schon bei der monatlichen Lohnsteuer. Bei Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld I, Eltern - oder Krankengeld ist die Steuerklasse III jedoch weiterhin die beste Wahl.

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Für 2011 gibt es keine neue Steuerkarte

 

Steuerpflichtige Arbeitnehmer haben im letzten Jahr letztmalig eine Steuerkarte erhalten. Ab 2012 soll die Pappkarte durch ein elektronisches Verfahren abgelöst werden. Die Zuständigkeit der Meldebehörden entfällt. Doch was ist in der Zwischenzeit? Wie sollen sich Arbeitnehmer verhalten und an welche Behörde sind wann Änderungen mitzuteilen? Auskunft darüber gibt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin.

Im Herbst eines jeden Jahres sandten die Meldebehörden steuerpflichtigen Arbeitnehmern die Steuerkarte für das kommende Jahr zu. Das Format – A5 – war stets gleich, nur die Farbe wechselte. Das ist nun vorbei. Letztmalig wurden die Karten 2009 für das Jahr 2010 verschickt. Ab 2012 soll alles elektronisch gehen. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Was ist jetzt zu beachten?

Für das Jahr 2011 werden die Daten der Lohnsteuerkarte 2010 verwendet, erläutert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL). Die Arbeitgeber dürfen die Steuerkarten nicht wie in den vorherigen Jahren vernichten, sondern müssen die Angaben zur Steuerklasse, Freibeträge und andere wichtige Angaben übernehmen. Im Gegenzug sind Arbeitnehmer verpflichtet, Änderungen ab 2011 unverzüglich dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt mitzuteilen. Fällt zum Beispiel die günstige Steuerklasse II für Alleinerziehende weg, weil der Lebenspartner in die Wohnung gezogen ist oder verringert sich für den zu berücksichtigenden Freibetrag die Kilometerentfernung zur Arbeitsstätte, so muss dieses gemeldet werden.

Was müssen Arbeitnehmer beachten, die erstmals im Jahr 2011 arbeiten? Diesen stellt die Behörde auf Antrag eine Ersatzbescheinigung aus, weiß der NVL. Bei ledigen Auszubildenden wird dagegen grundsätzlich die Steuerklasse I unterstellt. Und bei allen Fragen, die das Jahr 2011 betreffen, sind bereits jetzt nicht mehr die Meldebehörden, sondern die jeweiligen Finanzämter zuständig.

Weitere Informationen dazu erhalten Mitglieder in den örtlichen Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine. Die Anschriften von Beratungsstellen der Mitgliedsvereine des Verbandes können im Internet unter http://www.Beratungsstellensuche.de recherchiert oder unter der Rufnummer 030/ 40 63 24 49 erfragt werden.


 

BFH entscheidet: Erstattungszinsen sind nicht steuerpflichtig

 

Eine aus Sicht des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) gerechte Entscheidung hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 15.06.2010 (VIII R 33/07) getroffen. Danach sind Zinsen, die das Finanzamt wegen Einkommensteuererstattungen gesetzlich zu zahlen verpflichtet ist, nicht steuerpflichtig. Im Gegenzug sind gezahlte Nachzahlungszinsen bereits seit 2000 nicht mehr steuerlich absetzbar.

So genannte Erstattungszinsen von 0,5 Prozent der festgesetzten Steuer muss der Fiskus laut Gesetz auf Steuererstattungen 15 Monate nach Ablauf des entsprechenden Veranlagungsjahres zahlen. Diese Zinsen betrachtete der Gesetzgeber bisher als Einnahmen aus Kapitalvermögen. Dagegen verwehrte der Gesetzgeber den bis 1999 möglichen steuerlichen Abzug von Nachzahlungszinsen, die an das Finanzamt entrichtet wurden.

Diese Praxis ist ungerecht und unverständlich. Das sah auch der Kläger nicht ein. Dieser hatte vom Finanzamt sowohl Zinsen für vorangegangene Veranlagungszeiträume erhalten als auch zahlen müssen. Mit seiner Steuererklärung machte er die an den Fiskus gezahlten Zinsen als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend. In der Klagebegründung führte er auf, dass die unterschiedliche Behandlung von Erstattungs- und Nachzahlungszinsen materielles Recht verletze, und bekam teilweise Recht. Der BFH bestätigte zwar das Abzugsverbot von Nachzahlungszinsen bei der Einkommensteuer, stellte jedoch auch klar, dass Erstattungszinsen nicht zu besteuern sind.

Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine weist darauf hin, dass Steuerpflichtige, die erst jetzt ihre Erklärung fertigen, die Abfrage nach Erstattungszinsen auf der Anlage KAP getrost ignorieren können. Die Finanzämter hatten bisher Steuerpflichtige gerade wegen dieser Zinsen trotz Abgeltungssteuer zur Erklärung aufgefordert. Wer seinen Bescheid gerade erhalten hat oder dieser wegen anderer Streifragen noch offen ist, sollte bei Versteuerung der Erstattungszinsen Einspruch mit Hinweis auf das aktuelle Urteil einlegen.

Weitere Informationen dazu erhalten Mitglieder in den örtlichen Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine. Die Anschriften von Beratungsstellen der Mitgliedsvereine des Verbandes können im Internet unter http://www.Beratungsstellensuche.de recherchiert oder unter der Rufnummer 030/ 40 63 24 49 erfragt werden.


 

Leiharbeitnehmer können Verpflegungsmehraufwendungen absetzen

 

Der Bundesfinanzhof hat mit einem weiteren Urteil (17.06.2010 - VI R 35/08) entschieden, dass Leiharbeitnehmer typischerweise über keine regelmäßige Arbeitsstätte verfügen. Sie können sich nicht darauf einrichten, an einem bestimmten Arbeitsort dauerhaft tätig zu sein. Damit stehen Leiharbeitnehmern grundsätzlich Verpflegungsmehraufwendungen zu. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) begrüßt das positive Urteil und empfiehlt Leiharbeitnehmern, Verpflegungsmehraufwendungen in der Einkommensteuerer-klärung zu beantragen.

Verpflegungsmehraufwendungen können Arbeitnehmer geltend machen, die auswärts tätig sind und keine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Bei Leiharbeitnehmern kam es hinsichtlich der Frage, ob diese eine regelmäßige Arbeitsstätte haben, immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten. Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte dazu bereits 2008 und 2009 mit zwei Urteilen (VI R 21/07 und VI R 21/08) klar gestellt, dass die betriebliche Einrichtung eines Kunden des Arbeitgebers keine regelmäßige Arbeitsstätte ist. Mit dem vorliegenden Urteil führt der BFH diese Rechtsauffassung fort. Im Urteil heißt es, dass Leiharbeitnehmer keine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Damit bestehe grundsätzlich Anspruch auf Verpflegungsmehraufwendungen. Offen ließ der BFH die Frage, ob ein Arbeitnehmer, der für die Dauer seines Arbeitsvertrages an der gleichen Tätigkeitsstätte ausgeliehen wurde, eine regelmäßige Arbeitsstätte hat.

Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) rät Arbeitnehmern, die als Leiharbeitnehmer tätig sind, Verpflegungsmehrwendungen geltend zu machen. Die Höhe der als Werbungskosten zu berücksichtigenden Beträge richtet sich nach der Dauer der Auswärtstätigkeit, weiß Marlies Spargen vom NVL. Wer mehr als 8 Stunden auswärts beschäftigt ist, kann für längstens drei Monate pro Arbeitstag 6 Euro beantragen. Bei mehr als 14 Stunden gewährt der Fiskus 12 Euro und bei über 24 Stunden Auswärtstätigkeit gibt es 24 Euro. Außerdem sind die Fahrten zur Tätigkeitsstätte mit 0,60 Euro pro Entfernungskilometer zu berücksichtigen.

Wer seinen Bescheid bereits erhalten hat, kann noch bis zu einem Monat nach Zugang Einspruch einlegen und die Kosten nachträglich beantragen, rät Spargen. Weitere Informationen erhalten Mitglieder in den örtlichen Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine. Die Anschriften von Beratungsstellen der Mitgliedsvereine des Verbandes können im Internet unter http://www.Beratungsstellensuche.de recherchiert oder unter der Rufnummer 030/ 40 63 24 49 erfragt werden.


 
Rentner im Visier der Finanzverwaltung
 

In den letzten Tagen ist das Thema Rentenbesteuerung wieder in Diskussion geraten. Grund dafür ist, dass die Finanzverwaltung nach der Bundestagswahl im Herbst 2009 die Rentenbezugsmitteilungen auswerten und viele Rentner zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern wird. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin erklärt nicht nur, wer zur Abgabe verpflichtet ist und schnellstmöglich handeln sollte oder wer auch künftig ruhig schlafen kann, sondern zeigt auch, dass sich die Abgabe einer Erklärung für Rentner unter Umständen lohnt.

Grundsätzlich müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte den steuerlichen Grundfreibetrag von 7.834 Euro übersteigt (2008 = 7.664 Euro). Für Verheiratete gelten jeweils die doppelten Beträge. Zur Abgabe verpflichtet ist außerdem, wer neben der Rente auf Steuerkarte hinzuverdient, Mieteinnahmen oder Einkünfte aus einer gewerblichen oder selbständigen Tätigkeit zu erklären hat bzw. eine Pension oder Werksrente bezieht. Das Finanzamt verlangt auch eine Steuererklärung von Verheirateten bei denen nur einer berufstätig ist und der Partner bereits Rente bezieht. Oft kommt es in diesen Fällen auch zu einer Steuerlast.

Etliche Rentner haben außer der Altersrente keine anderen Einkünfte zu erklären. Wer monatlich nicht mehr als rund 1.500 Euro Bruttorente hat, wird keine Post vom Finanzamt erhalten. Dieser Betrag ist davon abhängig, seit wann die Rente bezogen wird. Denn das Jahr des Rentenbeginns gibt über den Rentenfreibetrag Aufschluss. So bleiben bei einem Rentner, der 2005 oder früher in Rente gegangen ist, 50 Prozent der Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser einmal festgesetzte Betrag bleibt dem Rentner ein Leben lang unabhängig von Rentenerhöhungen oder Kürzungen erhalten.

Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, sollte laut Hinweis des Verbandes jedoch überlegen, ob sich die Abgabe einer Erklärung sogar rentiert. Vor allem Rentner mit geringen Renten aber Zinseinnahmen über den Sparerpauschbetrag (801 Euro/ 1.602 Euro) können profitieren. Denn seit diesem Jahr führt die Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungsteuer an den Fiskus ab. Das Geld sieht man nicht wieder – es sei denn, man gibt eine Einkommensteuererklärung ab. Auch für zurückliegende Jahre können Rentner die einbehaltene Zinsabschlagsteuer oder Kapitalertragsteuer auf diesem Weg zurückholen, erklärt Marlies Spargen vom NVL.

( 5. August 2009)

 
Kindergeld retten mit aktuellem BFH - Urteil
 

Auf ein elternfreundliches Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) zur Frage des Anspruchs auf Kindergeld macht der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) aus Berlin aufmerksam. Danach kann ein Berücksichtigungszeitraum auch dann vorliegen, wenn das Ausbildungsverhältnis mit dem Lehrbetrieb zwar beendet ist, das Kind sich jedoch ernsthaft um Nachholung der nicht bestandenen Prüfung bemüht (Urteil vom 2. April 2009 - III R 85/08).

Erreicht das Kind das 18. Lebensjahr beginnen für viele Eltern die Probleme mit der Kindergeldkasse. Denn ab Erreichen der Volljährigkeit des Kindes wird Kindergeld nur noch unter bestimmten Voraussetzungen gewährt. Befinden sich die Kinder in Ausbildung, genügt eine Ausbildungsbescheinigung und der Nachweis, dass die eigenen Einkünfte und Bezüge des Kindes den Grenzbetrag von 7.680 Euro nicht übersteigen. Doch was ist, wenn das Kind die Abschlussprüfung nicht bestanden hat, sich jedoch um eine Wiederholungsprüfung bemüht?

Mit dieser Situation sahen sich Eltern aus dem Saarland konfrontiert. Das Kind hatte die Prüfung nicht bestanden und das Ausbildungsverhältnis war beendet. In Eigenregie meldete sich der Sohn bei einer Berufsschule mit dem Ziel, die Prüfung zu wiederholen. Dennoch strich die Familienkasse das Kindergeld mit dem Argument, dass kein Nachweis des regelmäßigen Besuchs der Berufsschule vorgelegt wurde. Den klagenden Eltern gab das saarländische Finanzgericht Recht mit der Begründung, dass eine Abschlussprüfung auch ohne Fortführung des Lehrverhältnisses im Selbststudium möglich und der Besuch einer Berufsschule nicht zwingende Voraussetzung sei. Diese Rechtsprechung bekräftigte auch der BFH mit Urteil vom 2. April 2009: Nach dem Einkommensteuergesetz „besteht für ein über 18 Jahre altes Kind, das das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, Anspruch auf Kindergeld, wenn es für einen Beruf ausgebildet wird... In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet.“ Betroffenen Eltern kann dieses Urteil das Kindergeld retten, meint Marlies Spargen vom NVL und rät, bei Ablehnung des Kindergeldes in ähnlich gelagerten Fällen Einspruch mit Hinweis auf das BFH-Urteil einzulegen.

( 14. August 2009)

 
Ferienjob – ein beliebter Hinzuverdienst für Schüler und Studenten
 

In den letzten Tagen ist das Thema Rentenbesteuerung wieder in Diskussion geraten. Grund dafür ist, dass die Finanzverwaltung nach der Bundestagswahl im Herbst 2009 die Rentenbezugsmitteilungen auswerten und viele Rentner zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern wird. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin erklärt nicht nur, wer zur Abgabe verpflichtet ist und schnellstmöglich handeln sollte oder wer auch künftig ruhig schlafen kann, sondern zeigt auch, dass sich die Abgabe einer Erklärung für Rentner unter Umständen lohnt.

In 14 Bundesländern haben jetzt die Ferien begonnen, Zeit für Schüler und Studenten für einen Hinzuverdienst. Das ist angesichts der Wirtschaftslage gar nicht so einfach. Viele Jobs sind bereits seit Wochen vergeben. Wer etwas gefunden hat, hat Glück. Worauf man trotz der Freude achten sollte, listet nachfolgend der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) aus Berlin auf.

Kinder unter 15 Jahren dürfen nur mit Erlaubnis der Eltern höchstens 2 Stunden am Tag arbeiten, so schreibt es das Jugendarbeitsschutzgesetz vor. Wer älter als 15 aber noch unter 18 Jahren ist, kann mit leichten Tätigkeiten, wie Regale im Supermarkt auffüllen, beim Einkaufen helfen, Zeitungen austragen oder in der Eisdiele aushelfen, sich etwas hinzuverdienen. Zu beachten sind jedoch zeitliche Begrenzungen.

Doch wer glaubt, ab dem 18. Lebensjahr ohne Probleme in den Ferien jobben zu dürfen, irrt. Auch hier gilt es nach Mitteilung des NVL einiges zu beachten. Wenn vom Taschengeld der Fiskus nicht mit verdienen soll, darf der monatliche Lohn 916 Euro nicht übersteigen. Sozialversicherungsbeiträge werden nicht fällig, wenn nicht länger als zwei Monate hintereinander bzw. nicht mehr als 50 Tage im Jahr gearbeitet wird. Auf der sicheren Seite ist, wer nicht mehr als 400 Euro monatlich verdient und der Arbeitgeber die pauschalen Abgaben übernimmt (Minijob). Sollten Lohnsteuern einbehalten worden sein, empfiehlt der Verband eine eigene Steuererklärung im Folgejahr einzurechen. „Die gezahlten Steuern werden in den meisten Fällen in voller Höhe zurückgezahlt“, sagt Marlies Spargen vom Verband.

Eltern sollten auch darauf achten, dass die Einkünfte und Bezüge des Kindes im gesamten Jahr 7.680 Euro nicht übersteigen. Ist nur ein Euro mehr verdient worden, entfällt das Kindergeld für das gesamte Jahr. Diese „Alles oder Nichts-Prinzip“ hat der Bundesfinanzhof erst kürzlich für rechtens befunden. Ob Kindergeldanspruch besteht oder nicht hat außerdem auch Einfluss auf die zu zahlenden Steuern der Eltern und kann darüber entscheiden, ob bestimmte staatliche Vergünstigungen gezahlt werden oder nicht. Der Katalog reicht vom Kinderfreibetrag, Ausbildungsfreibetrag, Entlastungsfreibetrag, Höhe der zumutbaren Eigenbelastung bei außergewöhnlichen Belastungen, Kinderzulage zur Eigenheimzulage, Riesterförderung, Vermögenswirksamen Leistungen bis hin zur Wohnungsbauprämie.

( 27. Juli 2009)

 
BFH – Urteile vom 5. März 2009 kippen bisherige Rechtsprechung - Kosten einer doppelten Haushaltsführung auch bei privatem Hintergrund absetzbar
 

Kosten für einen doppelten Haushalt konnten bisher steuerlich nicht abgesetzt werden, wenn der Umzug aus privatem Motiv erfolgte. Mit gleich zwei Urteilen vom 5. März 2009 (VI R 23/07, VI R 58/06) stellt der Bundesfinanzhof (BFH) nunmehr klar, dass eine private Veranlassung des Wegzugs vom Beschäftigungsort eine doppelte Haushaltsführung nicht ausschließt. Eine berufliche Veranlassung sei gegeben,wenn die Zweitwohnung für die Fahrten zur Arbeit genutzt wird. Nach Information des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) gibt der BFH damit seine bisherige Rechtsprechung auf. Für Steuer-pflichtige ergeben sich neue Chancen eines steuerlichen Abzugs von Aufwendungen.

Geklagt hatten Steuerpflichtige, die aus privaten Gründen den Wohnsitz vom Beschäftigungsort weg verlegten. In beiden Fällen versagten die Finanzämter die steuerliche Berücksichtigung der Kosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung. Die daraufhin eingelegten Einsprüche gegen die ablehnenden Bescheide blieben ebenso erfolglos, wie die Klagen vor den Finanzgerichten. Beide Instanzen beriefen sich auf die bis dahin geltende Rechtsprechung. Danach sind Aufwendungen nur dann zu berücksichtigen, sofern diese beruflich veranlasst sind. Der Bezug einer weiteren Wohnung erfolgte jedoch aus privatem Grund. Die Kosten sind daher der privaten Lebensführung zuzuordnen und müssen steuerlich unberücksichtigt bleiben.

Die Kläger gaben nicht auf und legten Revision gegen die Urteile der Finanzgerichte ein. Obwohl der BFH zu dieser Problematik bereits in mehreren Urteilen Recht gesprochen hatte und in ähnlich gelagerten Fällen die Kosten nicht anerkannte, wurde die Sache angenommen und entgegen der bisherigen Rechtsprechung entschieden.

In der Begründung heißt es, dass eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung dann gegeben ist, wenn aus beruflichem Grund eine zweite Wohnung am Tätigkeitsort gehalten und diese für die Fahrten zur Arbeitsstätte genutzt wird. Dies gelte selbst dann, wenn ein Steuerpflichtiger seinen Haupthausstand aus privaten Gründen vom Arbeitsort wegverlegt oder die Kosten vermeidbar gewesen wären. Der BFH stellt jedoch auch klar, dass Aufwendungen nicht in unbegrenzter Höhe abgesetzt werden können. So sind Mietaufwendungen nur in Höhe des durchschnittlichen Mietzinses für eine 60 qm-Wohnung am Beschäftigungsort begünstigt. Dennoch ergeben sich mit dieser grundsätzlich positiven Entscheidung neue Abzugsmöglichkeiten für Steuerpflichtige, konstatiert der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V.

Weitere Informationen dazu könne Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitsloser im Rahmen einer Mitgliedschaft in den örtlichen Beratungsstellen der Lohnsteuerhilfevereine erhalten. Die Anschriften von Beratungsstellen der Mitgliedsvereine des Verbandes können unter der Rufnummer 030/ 40 63 24 49 erfragt oder im Internet unter http://www.Beratungsstellensuche.de recherchiert werden.

(29. Mai 2009)